Allgemein
Der Hopfen ist eine über viele Jahre hinweg lebende Kletterstaude aus der Familie der Hanfgewächse. Diese Schlingpflanze findet man wild wachsend in gemäßigten Klimazonen, an Bachrändern, an Hecken, in Flußauen und teilweise auch in Laubwäldern. Dieser sogenannte Wildhopfen unterscheidet sich aber deutlich von der Kulturpflanze Hopfen, die dem Bier Aroma, Bittere und Haltbarkeit verleiht.
Beim Betrieb Welte
Der Tettnanger Hopfenanbaubetrieb Welte umfasst insgesamt 15,5 ha Hopfen, davon werden 13 ha der Sorte Tettnanger und 2,5 ha Hallertauer Mittelfrüh angebaut.
Der Ertrag der zweiwöchigen Ernte, Ende August, beträgt jährlich ca. 450 Zentner.
Der Weg bis zur Ernte ist lang und mühsam, da der Hopfenanbau mit vielen Arbeitsgängen verbunden ist, diese können jeweils nur bei geeignetem Wetter durchgeführt werden.
Deswegen ist die Bodenseeregion besonders für den Tettnanger Hopfen geeignet, da das milde Klima genau den Anforderungen des Hopfens entspricht. Doch durch die Klimaveränderungen in den letzten Jahren ist das Wetter schwieriger und extremer geworden. Es kommt häufiger zu Hagel, es ist tendenziell trockener und wenn es regnet, dann öfters in schädlichen Massen.
Der Hagel richtet besonders in der Blütezeit sehr große Schäden bis hin zum Totalernteverlust an, da die Hagelkörner die Blüten abschlagen und so der Ertrag massiv gedrückt werden kann.
Beim Betrieb Welte wird der Anbau integriert und kontrolliert betrieben, das heißt man richtet sich nach den folgenden Richtlinien, bzw. sechs Grundanforderungen:
- eine vollständige Führung eines Betriebsheftes (Arbeiten, Pflanzenschutzanwendungen, Ernte, etc.)
- jedes Frühjahr eine Nmin-Probe
- alle 4 Jahre eine Grundbodenuntersuchung
- keine Herbizidanwendung im Hopfengarten
- keine Klärschlammeinbringung im Hopfengarten
- alle 2 Jahre eine Spritzgeräteprüfung
Die Reben werden mit dem Traktor und einem Reißgerät geerntet. Dabei werden die ca. 8 m hohen Ranken ein Meter über dem Boden abgeschnitten und in eine Kette geleitet. Diese Kette hat dieselbe Geschwindigkeit wie der Traktor. Die Kette führt den Ranken in zwei Gummibänder, die den Ranken über eine bestimmte Strecke fest einklemmen. Durch die Vorwärtsbewegung der Fahrt spannt der Ranken, wird abgerissen und fällt schließlich der Länge nach auf den hinterher laufenden Wagen.
Der Wagen mit den Ranken wird Zuhause mittels Kratzboden vor der Pflückmaschine abgeladen.
Jeder einzelne Ranken wird von Hand der Pflückmaschine zugeführt und "gebrockt". Verschiedene Reinigungsstufen trennen die Hopfendolden von unerwünschtem Abfall wie Blätter und Stängel. Der Ranken wird gehäckselt und mit dem Abfall auf die Kompostplatte befördert. Dagegen wird der saubere Grünhopfen
in einem Silo gebunkert.
Die gepflückten Hopfendolden werden nach dem Pflücken über Förderbänder aus dem Silo in die Darre transportiert, wo der Hopfen in drei Ebenen bei schonenden 60°C gedarrt wird. Die Hopfendolden werden dabei auf ca. 10 % Feuchtigkeit heruntergetrocknet.
Nach dem Trocknen werden die brüchigen Dolden wieder ein wenig befeuchtet. Dazu werden die Hopfen mit einem Gebläse mit feuchter Nachtluft durchgeblasen. Danach sollte die Feuchtigkeit den Optimalwert von 10,5 % haben.
Nun kann man den Hopfen “sacken” (verpacken). Mit einer Sackmaschine werden ca. 40 - 60 kg des Grünen Goldes in einen Rechteckballen gepresst. Die RB60-Technik mit den Maßen 60 x 60 x 120 cm wird bei Weltes schon seit Beginn der neuen Pressmethode angewendet, die die klassischen mannshohen Landballen vor guten 12 Jahren abgelöst hat.