Allgemein

In Tettnang wird seit 1844 Hopfenanbau betrieben. Nur 10 Jahre später im Jahre 1854 waren es bereits 3 ha, wieder 10 Jahre später betrug die Anbaufläche schon 91 ha. Schließlich waren es 1874 400 ha und 1884 stolze 648 ha.
Sehr erfolgreich und innovativ war Friedrich Wirth, er besaß das Gut Kaltenberg und erregte das Interesse mit neuen Anbaumethoden, Anbautechniken, Geräten und Verarbeitungsvorgängen.

Weitere Informationen über das Tettnanger Anbaugebiet erhalten sie auf der Homepage des Hopfenpflanzerverbandes Tettnang unter http://www.tettnanger-hopfen.de.

Beim Betrieb Welte

1952 startete die Familie Welte mit einer Fläche von 0,7 ha Hopfen, was 2400 Stöcken entspricht. Das war damals schon relativ viel für einen einzelnen Familienbetrieb, da die Ernte und das restliche Jahr sehr arbeitsintensiv waren. Vor allem zur Ernte waren aufgrund der noch sehr rudimentären Mechanisierung sehr viele helfende Hände gefragt.

Im Jahre 1963 wurde zusätzlich ein Hopfengarten mit 4000 Stöcken angelegt. Schon 1964 wurde eine Pflückmaschine angeschafft, eine "Compact" der Firma Alays mit einer Leistung von 80 Reben in der Stunde. Zwei Jahre später wurden noch einmal 4000 Hopfenstöcke angelegt und 1967 stockte man einen weiteren Garten mit 2000 Stöcken auf. Wiederum ein Jahr später pachtete man Flächen hinzu und legte 4000 weitere Stöcke an. 1969 errichtete man eine neue Hopfendarre mit 7,5 m². 1970 handelte man die alte Hopfenpflückmaschine in eine neue Alays "Favorit 5" um, diese Maschine verarbeitete 140 Reben in der Stunde.
12 Jahre vergingen und man benötigte wieder eine größere Maschine, um die Hopfendolden vom Ranken abzupflücken und diesmal handelte es sich um eine "WHE280" von der Firma Wolf, die 180 Ranken in der Stunde pflücken konnte.
Zwischen 1988 und 1990 wurde der Betrieb um weitere 8.000 Stöcke  vergrößert.
Eine weitere Betriebsvergrößerung fand 1996 statt, indem man zu den vorhandenen 27.000 Stöcken noch einmal einen Garten mit 5.000 reinen Hallertauer mittelfrühen Hopfen hinzu pachtete.

In Hinblick auf weitere Betriebsvergrößerungen entschloss sich Paul Welte 1998 eine neue Pflückmaschine zu kaufen, eine "WHE2000" wiederum von der Firma Wolf. Diese ist in der Lage bis zu 360 Ranken in der Stunde zu verarbeiten. Gleichzeitig  baute man zu der vorhandenen Darre eine identische Darre hinzu und verdoppelte damit die Gesamtdarrfläche auf 32 m².

Ein Jahr später wurde dann ein 7 ha großer Hopfenbaubetrieb in Sassen hinzugepachtet.
Die Stockzahl beträgt somit nun 55.000 Stück. 1999 wurde zum Betreiben der gesamten Anlage (Pflückmaschine und 2 Lufterhitzer) ein dieselbetriebenes 125kw-Stromaggregat angeschafft.

Im Jahr 2007 übergaben Paul und Hildegard Welte den kompletten Betrieb an Sohn Martin Welte, der nun in 4. Generation auf dem Betrieb Welte den Hopfenanbau verantwortet.